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Landestag der Psychologie 2017


Beziehung 4.0 - macht Digitalisierung alles besser?


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Die Digitalisierung bietet viele Vorteile im Alltagsleben, erleichtert manche Arbeitsprozesse und ermöglicht neue Kooperationsformen. Die gesellschaftlichen und zivilisatorischen Effekte des Einsatzes der IT-Technologien weit über die Arbeitswelt hinaus sind dennoch mindestens ambivalent. Was geschieht mit unserem Erleben und Verhalten, was mit unseren Beziehungen in unterschiedlichen Kontexten? Sind wir im Prozess dieser rasanten Entwicklung Ausgelieferte oder Gestaltende? Unter dem Titel „Beziehung 4.0 - macht Digitalisierung alles besser?“ wollen wir über diese und andere Fragen beim Landestag der Psychologie in Stuttgart am 8. Juli 2017 diskutieren.

Weit hinein in die Privatsphäre führt uns Prof. Christiane Eichenberg aus Wien, wenn sie in ihrem Workshop „Vom Online-Dating bis zur Online-Scheidung“ auf veränderte Paar- und Familienbeziehungen mit all ihren Chancen und evtl. Problemen schaut.

Mit der höchst umstrittenen Wirkung digitaler Kommunikationsnetzwerke auf Summe und Qualität von Kontakten kennt sich Prof. Sabine Trepte von der Universität Hohenheim gut aus, die über „Soziale Unterstützung durch Freunde über Messenger und Face-to-Face Kommunikation“ sprechen wird. Dabei prüft sie die Kommunikationsformen im Netz auf ihre Tauglichkeit für Hilfe unter Freunden.

Aus gesundheitspsychologischer Sicht appelliert Julia Scharnhorst in zwei Workshops („Gesundheitsgerechte Führung unter Bedingungen der Digitalisierung“ und „Arbeitswelt 4.0 – gute Beziehungen zu sich selbst erhalten“), sehr genau hinzuschauen, wie sich eine intensivierte Reproduktionsdynamik im Wirtschaftsleben auf die eigene Gesundheit auswirkt, welchen Zwängen und Normierungen Menschen im Arbeitsprozess ausgesetzt werden bis hin zum permanenten Funktionieren. Sie beobachtet nicht ohne Sorge, wie sich eine Mehrheit mit vermeintlichen Sachzwängen abfindet oder sich jedenfalls nicht dagegen wehrt.

Dr. Thomas Moldzio widmet sich den Chancen, die Digitalisierung und höhere Produktivität für Führungstätigkeiten in reduzierter Arbeitszeit mit sich bringen. Hier begegnen sich Bedarfe u.a. nach mehr Zeit für die Familie, zu pflegende Angehörige oder für die eigene Weiterbildung und Möglichkeiten neuer Arbeitszeitmodelle wie FIRA (= Führung in reduzierter Arbeitszeit).

Ganz andere Optionen entstehen für psychotherapeutische Interventionen. Online-Therapie, die jahrzehntelang als undenkbar oder mindestens suspekt galt, hat sich inzwischen bei einigen Erkrankungen durchaus bewährt. Einsatzmöglichkeiten entwickeln sich rasch weiter. Zwei Referentinnen von der Universität Ulm – Eileen Bendig und Ann-Marie Küchler -  werden Anwendungsbereiche benennen und über Wirksamkeit sprechen, Erkenntnisse aus der Forschung präsentieren und Psychotherapeutinnen und -therapeuten eine bessere Orientierung auf diesem bisweilen unübersichtlich anmutenden Markt von Präventions- und Heilungsangeboten liefern.

Den „Berufsethischen Herausforderungen in einer digitalisierten Welt“ stellt sich Fredi Lang, Referent für Fachpolitik des BDP, und geht in seinem Workshop auf die Medienkompetenz von Psychologen und Psychotherapeuten als Teil berufsethischer Pflichten ebenso ein wie auf mögliche Konflikte zwischen individueller Ethik und berufsethischer Verpflichtung.

Mehr Details erfahren Sie durch einen Blick auf das Programm, den Flyer und die Workshop-Beschreibungen, mit deren Hilfe Sie Ihr eigenes Programm zusammenstellen können.

Für einen perfekten Tag bedarf es einer guten Organisation. Sie erleichtern uns diese, wenn Sie sich möglichst bis spätestens 5. Juli anmelden. Das Anmeldeformular finden Sie hier.

Willkommene Gäste sind auch in diesem Jahr wieder neben Psychologinnen und Psychologen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Studentinnen und Studenten der Psychologie sowie alle diejenigen, die am Austausch mit unserer Profession über dieses wichtige Thema interessiert sind.

Leiten Sie den Flyer der Veranstaltung gerne an andere Interessierte weiter.

Veranstaltungsort ist erneut das Haus des Sports „SpOrt“ im Stuttgarter Neckarpark.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Fortbildungspunkte wurden bei der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt.

Und wenn Sie BDP-Mitglied sind und im Programm die Mitgliederversammlung vermissen: Die findet in diesem Jahr am 21. Oktober 2017 statt. Die Einladung erfolgt gesondert.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung, Ihre aktive Teilnahme und wünschen Ihnen einen interessanten Landestag, neue Erkenntnisse sowie anregende Workshops und Gespräche

Bis zum 8. Juli 2017 in Stuttgart!

Der Vorstand der Landesgruppe Baden-Württemberg im BDP


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