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Mit Psychologie zum Erfolg

Rückschau auf einen erfolgreichen Landestag am 14. Juli 2018 in Stuttgart

Ob es wirklich der „beste Landestag ever“ in Baden-Württemberg gewesen ist, wie einige Teilnehmende meinten, vermag am Ende niemand zu beurteilen, denn die Maßstäbe dafür sind nach Interessenlage sicher verschieden. Ein herausragender war es jedenfalls in mehrfacher Hinsicht. Die Zahl der Anwesenden war mit 120 sehr hoch. Die Einladung der Sektion Wirtschaftspsychologie anlässlich ihres 60. Geburtstages zum Landestag und das am Rande der Veranstaltung stattfindende Treffen der BDP-Fachgruppe Gefährdungsbeurteilung „Psyche“ bereicherten das Programm, das darüber hinaus durch seine exzellenten Referierenden glänzte und in neun Workshops eine große Themenvielfalt bot. Die Landesgruppenvorsitzende Thordis Bethlehem und das bei Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung an ihrer Seite stehende Team erhielten viel Beifall von Mitgliedern und Gästen, darunter langjährige treue Teilnehmende und solchen, die zum ersten Mal gekommen waren.

Dass Forschungsergebnisse auch unterhaltsam sein können, zeigte Prof. Dr. Uwe Kanning im Eröffnungsvortrag zur optimalen Personalauswahl. Mit Leidenschaft und Humor breitete er eine Fülle von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus. Dagegen steht die ernüchternde Ignoranz derselben durch deutsche Unternehmen. Um Arbeitgeber von der hohen Relevanz psychologischer Forschung zu überzeugen, bedarf es daher vor allem einer betriebswirtschaftlichen Argumentation.

Hohes Interesse fand der Workshop zur Achtsamkeit von Dr. Jan Rummel. Achtsamkeit boomt zwar, die Datenlage zur Wirksamkeit ist bisher jedoch eher mager, mögliche Placebo-Effekten, Sekundärschäden und ihren Folgekosten wurden diskutiert. Wer bereit war, sich auf ein neues Denken über Geld und damit verbundene Selbsterkenntnis einzulassen, verließ als ein etwas anderer, zumindest sehr nachdenklicher Mensch den Workshop der Finanzpsychologin Monika Müller. Sie erreichte es, Psychologinnen und Psychologen für ein Thema zu sensibilisieren, das bislang nicht Teil ihrer therapeutischen oder Coaching-Tätigkeit war, für manche aber nach eigenen Worten dazu werden wird.

Um ein neues, den meisten Anwesenden kaum vertrautes Gebiet ging es auch im Workshop von Markus Langer über die Rolle der Psychologie in der Künstlichen Intelligenz (KI). Er stellte Praxisbeispiele zur Anwendung der KI in psychologischen Arbeitsfeldern, darunter der Personalauswahl, vor und ermunterte die Anwesenden, die Entwicklung des Einsatzes von KI nicht einfach abzuwarten, sondern sich als Berufsstand aktiv auch unter ethischen Gesichtspunkten streitbar in diese Entwicklung einzubringen.

Aha-Effekte erlebten auf der einen Seite die Psychologinnen und Psychologen im Workshop des Architekturpsychologen und Innenarchitekten Andreas Hegenbart; auf der anderen Seite waren die anwesenden Architektinnen und Architekten fasziniert vom Themenangebot dieses Landestages, das sie in seiner Vielfalt und Bedeutung weit über den Berufsstand der Veranstalter hinaus so nicht erwartet hatten.

Aufschlussreich, ermutigend und bewegend zugleich waren die Ausführungen von Michael Ziegelmayer, der aus seiner Arbeit in einer Einrichtung für schwer psychisch erkrankte junge Menschen berichtete, die mit hoher Erfolgsquote in einem zweijährigen Programm zunächst eine medizinische und danach eine berufliche Reha durchlaufen.
Viel Solidarität und Verständnis erlebten die Referierenden Dr. Dörthe Beurer und Helmut Wexler, die aus der Perspektive der Psychologischen Berufs- und Laufbahnberatung sowie der Psychologischen Lerntherapie auf Professionalisierung in beiden Bereichen drängten bzw. darstellten, welche zusätzlichen positiven Effekte es haben kann, wenn psychologische Expertise auf diesen Arbeitsfeldern zum Tragen kommt. Dass es auch Widerspruch von Berufsfremden gab, befeuerte die Debatte, konnte die Argumente der Referierenden jedoch nicht entkräften.

Um ein wichtiges berufspolitisches Anliegen, nämlich die bisher nicht vorgeschriebene gleichberechtigte Einbeziehung von Psychologinnen und Psychologen in die betriebliche Regelbetreuung, ging es beim Treffen der FG Gefährdungsbeurteilung. Der BDP setzt sich dafür ein, dass diese im Zuge der Überarbeitung der DGUV Vorschrift 2 unbedingt aufgenommen wird.

Zu den Extras dieses Landestages gehörte auch ein Workshop exklusiv für Mitglieder des BDP, in dem Fredi Lang, Referent für Fachpolitik, über ethische Haltung als Erfolgsfaktor in Zeiten der Digitalisierung sprach. Mit Carola Brücher Albers, die anlässlich des Geburtstages der Sektion Wirtschaftspsychologie gekommen war, erlebten jüngere Mitglieder und Gäste eine ehemalige Präsidentin des Verbandes , die selbst im Erinnern an zurückliegende Jahrzehnte noch inspirierend für die Gegenwart wirken kann. Wilhelm Schilling, Sektionsvorsitzender, hatte in Vorbereitung auf den Landestag in alten Protokollen der Sektion, zum Teil aus den 1950er und 1960er Jahren, gegraben und las vor, womit man sich damals befasste und welche Probleme man in naher Zukunft zu lösen glaubte. Dass einige Probleme bis heute bestehen, löste Heiterkeit aus. Das trübte aber nicht die Zuversicht, weiterhin erfolgreich tätig zu sein.

Vorstand der Landesgruppe Baden-Württemberg